Was sind Faszien?

Was sind Faszien?

Was du mit einer Limette gemeinsam hast?

Ganz einfach, euch verbindet eine tiefliegende fasziale Hautschicht.

Sicherlich hast du dir im Laufe deines Lebens schon einmal in den Finger geschnitten. Dabei ist dir bestimmt eine weiße Hautschicht aufgefallen?

Diese Schicht der Haut ist ungefähr milchartig weiß und hat eine unglaublich wichtige Funktion. Es ist das sogenannte Fasziengewebe.

Betrachtet man die Herleitung aus dem lateinischen Wort “fascia” entsteht das Wort Band oder Binde. So lässt sich diese milch-farbene Hautschicht am besten veranschaulichen. Sie ist die Gewebsschicht, die sich wie eine Binde um die Knochen, Muskeln, Bänder, Sehnen und Organe legt. Sie trennt zusätzlich einzelne Muskelschichten voneinander ab. Genau die gleiche Aufgabe, wie bei einer Limette, wo die einzelnen Fruchtkammern durch Faszien voneinander getrennt werden. Gut, oder?

Der Aufbau deiner Faszien

Dass du eine ungefähre Vorstellung hast, wie dick dieses Gewebe ist, lass dir gesagt sein, es ist zwischen 0,5mm und 3mm dick.

Faszien bestehen überwiegend aus Proteinen wie Kollagen und Elastin. Diese Proteine geben dem Gewebe seine Form. Das Kollagen ist zuständig für die Reißfestigkeit des Gewebes, während das Elastin für die Dehnbarkeit der Gewebestrukturen zuständig ist.

Deine Haut besteht aus mehreren Schichten. Die unterste Hautschicht nennt man “Unterhautgewebe” oder “Subcutis”. Diese besteht aus geschlossenen Bindegewebszellen und ist mit Fettzellen angereichert. Die darüberliegende Haut ist die Lederhaut, über die die “Subcutis” mit Bindegewebszügen verbunden ist.

Diagramm: Aufbau eines Muskels
Faszien trennen die Muskelfasern voneinander

Die Funktionen deiner Faszien

Unsere Faszien beim Menschen lassen sich grob in 3 Fasziengruppen einteilen. Es gibt viszerale, tiefe und oberflächliche Faszien.

Die viszeralen Faszien umhüllen und schützen deine Organe, zusätzlich geben sie den Organen ihren Halt und fixieren sie dort, wo sie sein sollen. Die dichtesten Bindegewebsschichten sind die tiefen Faszien. Diese umschließen und verbinden deine Knochen, Gelenke und die jeweils dazugehörige Muskulatur. Das oberflächliche Fasziengewebe verbindet deine Organe und dein Gewebe miteinander. Außerdem umhüllen sie deine Blutgefäße und die Nerven. Diese Bindegewebsstrukturen erfüllen verschiedene Aufgaben.

Wir haben festgestellt, dass sie die Muskeln voneinander trennen, die Organe halten und diese schützen. Doch das war längst noch nicht alles.

Zusätzlich übertragen die Faszien die Kräfte von den einzelnen Muskeln. Sie dienen weiterhin den Zellen bei den Ab- und Aufbauprodukten und helfen beim Transport durch die Lymphgefäße.

Ähnlich wie bei einem Stoßdämpfer im Auto, geht die Wissenschaft heute davon aus, dass das Bindegewebe abfedernde Funktionen besitzt. Wären die Faszien nicht in der Lage die Kräfte zwischen den verschiedene Muskeln zu übertragen, könnten wir uns nicht bewegen.

Zeit also, mehr unserer Aufmerksamkeit den Faszien zu widmen. Der menschliche Körper ist komplett von Faszien durchzogen. An den Faszien sind mehr Schmerz- und Bewegungsrezeptoren, als an den Muskeln und Gelenken. Unser Faszien sind wahre Wunderwerke, da sie ständig mit dem vegetativen Nervensystem verbunden sind. Durch das dauerhafte Senden von Signalen an das Gehirn, ermöglichen sie es uns Bewegungen auszuführen, ohne großartig über diese Bewegungen nachdenken zu müssen.

Wenn die Faszien verhärten/ verkleben oder auch verfilzen

Auch wenn die Faszien unglaublich beweglich und dynamisch sind, können sie sich verhärten, verfilzen oder sogar verdrehen. Da Faszien gitterförmig angeordnet sind, führt eine Veränderung der Anordnung zu weitreichenden Folgen.

Gründe für die Verklebung von Faszien gibt es viele. Der häufigste Grund ist mangelnde Bewegung. Da die Faszien auch auf die Reize des Nervensystems reagieren, wirkt sich Stress ebenfalls negativ auf die Faszien aus. Dem Körper wird ein Anspannungszustand suggeriert, bei dem sich viele Teile des Körpers anspannen, auch die Faszien. Geschieht das über einen längeren Zeitraum, verhärten sich die Faszien. Was zu sehr starken Schmerzen führen kann.

Durch die Verklebungen und Verdickungen der Faszienareale senden diese Schmerzsignale an die Muskeln. Als Folge dessen beginnen die Muskeln mit der Ausschüttung von Entzündungsstoffen. Die Verklebungen führen dazu, dass die Nährstoffversorgung gestört ist und die Stoffwechselprodukte nicht richtig abtransportiert werden können.

Faszien sind dehnbar wie Frischhaltefolie
Verklebte Faszien senden dem Körper Signale von Anspannung bis hin zu Schmerzen.

Wenn der Körper zu viel eigenen Klebstoff produziert

Da wir wissen, dass Faszien überwiegend aus Proteinen bestehen, ist es auch ein Protein, dass für die Verklebung der Faszien zuständig ist. Es ist das Protein Fibrin. Wenn dem Lymphsystem signalisiert wird, dass kein Transport der Schadstoffe möglich ist, ist auch das Fibrinogen betroffen. Dieses Glykogenprotein dient insbesondere der Blutgerinnung. Bei einem Stau im Lymphsystem wird dieses Protein in Fibrinum umgewandelt und dient der Schließung von Wunden. Doch was, wenn keine Wunde vorhanden ist?

Dann verklebt das Fibrinum die naheliegenden Faszienareale und verhärtet sie. Es entstehen unter Bewegung nun sehr starke Schmerzen für die Betroffenen. Du hast bereits gelernt, dass im gesamten Körper Bindegewebe vorhanden ist. Wenn also nun an einer Stelle Probleme auftreten, dann wirken die sich auch auf eine andere Stelle des Körpers aus.

Symptome und die Rolle des Alters

Welche Körperbereiche sind besonders von verklebten Faszien betroffen? Wenn du diesen Text liest, führst du deinen Bildschirm zum Kopf oder deinen Kopf zum Bildschirm? Genau das ist einer der vielen Gründe, warum es so häufig zu Problemen der Faszien im Schulter- und Nackenbereich kommt. Denn der Kopf verharrt meistens mehrere Stunden in ein und derselben Haltung. Diese verhärteten Faszien in diesen Bereichen führen zu einer Schonhaltung, die wieder zu weiteren Problemen führt. Es ist also ein Teufelskreis.

Häufige Symptome von verklebten Faszien sind Rücken-, Schulter-, Nacken-, Bauch und Gelenkschmerzen. Besonders kritisch wird es, wenn es zu Sehnenreizungen oder Entzündungen der Sehnen kommt. Verklebte Faszien bedeuten zusätzlich, dass es zu Störungen im motorischen Bewegungsablauf des Körpers kommt. Die Folge sind Reizungen der Schmerzrezeptoren und veränderte Bewegungsabläufe. Diese führen zu neuen Verklebungen. Ein Teufelskreis.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Alter. Da im Alter die Gesamtflüssigkeit im Körper abnimmt, wirkt sich das auch auf das Bindegewebe aus. Die Folge ist ein Gewebe mit einem sehr hohen faserigem Anteil und immer kleineren wässerigen Anteilen. Kommt es dazu, besteht das Bindegewebe nun aus unbeweglicheren und festeren Faszien. Zusätzlich verändert sich die Struktur der Faszien und es kommt zu einem zusammenwachsen der Faszien, was ein weiterer Faktor für Verklebungen ist. Du merkst, die Faszien sind unglaublich wichtig, da sie deinen gesamten Körper stützen und ihm Halt geben. Besonders die Fibroblasten sind für deinen Körper von besonderer Bedeutung. Sie ermöglichen die Dehnung, Kontraktion und die Verteilung der muskulären Spannung.

Ein Röntgenbild zeigt das Skelett, nicht Muskulatur und Gewebe
Verklebtes Fasziengewebe ist in einem Röntgenbild nicht erkennbar.

Warum bleibt verklebtes Fasziengewebe so oft unentdeckt?

Bei einem Besuch beim Arzt fertigt der Arzt oft als Erstes ein Röntgenbild an. Auf dem Röntgenbild lassen sich die verklebten oder verhärteten Faszien jedoch nicht erkennen, sodass es an dieser Stelle auch zu Fehldiagnosen kommen kann. Das verklebte Fasziengewebe kann man mit einem speziellen Ultraschallverfahren sichtbar machen.

Aus diesem Grund trainieren wir bei EisenhauerTraining den Körper ganzheitlich. Denn wir wollen dein Fasziengewebe geschmeidig halten und deine Muskulatur stärken. Die Bedeutung der einzelnen Faszienschichten ist Teil unseres Trainingskonzeptes. Wir betrachten den Körper ganzheitlich und nicht nur einzelne Muskelgruppen.

Wir wissen, dass ein Problem oft mehrere Ursachen haben kann. Häufig ist der Auslöser Bewegungsmangel, welcher die Faszienbeschwerden auslöst und so zu verklebten Faszien führt.

In unserem Systemtrainingskonzept ist die Bedeutung der Faszien integriert. Unsere sportmedizinischen Geräte ermöglichen den Kunden ein Training über seine maximal mögliche Bewegungsreichweite. So können wir die Bindegewebszellen reaktivieren und zusätzlich auch stärken. Die Wissenschaft ist sich zum Thema Faszien bewusst, dass in der ganzheitlichen Betrachtung des Menschen die regelmäßige Bewegung die schonendste Behandlung ist. Das Bestätigen viele unserer Mitglieder, die unter starken Kreuzschmerzen litten. Unabhängig voneinander berichteten sie, von Schmerzen im Lendenwirbelbereich, ohne, dass die Ärzte auf den Röntgenbildern etwas erkennen konnten.

Wusstest du, dass die Lendenfaszie die größte Faszie im menschlichen Körper ist? Sie befindet sich in etwa oberhalb unseres Beckens und ist für die Verbindung von Rückenmuskeln mit Gesäß- und Oberschenkelmuskeln zuständig. Was denkst du wohl passiert, wenn wir den Großteil unseres Tages nur sitzen? Richtig, es kommt zu Verhärtungen der Lendenfaszie.

Faszienrolle
Die Faszienrolle ist vielen vom Psychotherapeuten bekannt.

Unterstützende Möglichkeiten für deine Faszien

Es gibt verschiedene Ansätze verklebtes Fasziengewebe zu lockern. Du kannst deinen Physiotherapeuten nach einer Faszientherapie fragen. Sicher wird er dir auch die Vorteile einer Faszienrolle erklären, oder die zusätzliche Dehnübungen für dein Fasziengewebe zeigen.

Ein anderer Ansatz ist das sogenannte Rolfing. Bei dieser Methode wird der Fokus auf die Faszien gelegt, da sie die Muskeln umschließen. Ziel ist es eine positive Ausrichtung des Körpers zu erlangen. Zusätzlicher Sport wie Pilates kann dir helfen, deine Faszienschichten beweglich zu halten.

Vergiss bitte nicht, dass die Basis für einen starken und beweglichen Körper ein effizientes Krafttraining ist, welches den positiven Muskelreiz und Mobilität vereint. In diesem Beitrag erfährst du mehr darüber, warum Krafttraining funktioniert.

Unser Faszientraining

Bei EisenhauerTraining verfügen wir über mehrere sportmedizinische Geräte, welche eine Dehnung in genau diesem Bereich ermöglichen. Eine Fazienrolle kann dabei unterstützend wirken. Unsere Trainer*innen sind darauf geschult, deine Übungsausführungen genau zu analysieren, um dein Training so effizient wie möglich zu gestalten. Ein weiterer Vorteil von Krafttraining ist die Straffung des Bindegewebes. Der ganze Körper wirkt insgesamt straffer. Mit einem regelmäßigen Krafttraining ist es außerdem möglich, Cellulite zu glätten.

Mit Faszientraining fit werden
Krafttraining hilft gegen Verspannungen und löst verblebte Faszien.

Unser Training macht dich stark und beweglich zugleich

Wir helfen dir zusätzlich, in dem wir deine möglichen Bewegungsreichweiten festhalten und diese im Laufe deiner Trainingseinheiten immer wieder kontrollieren. Mit der Hilfe unserer Kräftigungsübungen dehnst du deinen Körper zusätzlich und verbesserst so die Zusammenarbeit zwischen Muskeln und deinem Fasziengewebe. Ja, das Faziengewebe kann gestärkt werden, natürlich sieht man das nicht, wie bei einem wachsenden Muskel, das ist aber auch nicht das Ziel. Da deine Faszien überall am Körper verbunden sind, geht es um ihre Funktionalität und Beweglichkeit.

Du wirst vor allem im Alltag auch “geschmeidiger”, da dein Körper eine bessere Kraftübertragung vornehmen kann und so Belastungen über den ganzen Körper verteilen kann. Das Gleiten der einzelnen Muskel- und Hautschichten wird so erleichtert.

Krafttraining gegen verklebtes Fasziengewebe

Ein regelmäßiges Krafttraining hilft die zusätzlich Verspannungen und Verklebungen zu lösen. Erinnerst du dich noch an Fibrinum? Durch Krafttraining kannst du den Bewegungsfluss deiner Gefäße anregen und einen Lymphstau in den Lymphgefäßen vermeiden.

Einer der besten Vorteile von Krafttraining ist aber, dass deine Bindegewebszellen dazu angeregt werden, alte Kollagenfasern durch Neue zu ersetzen. Ein gesundes Bindegewebe beschleunigt auch die körperliche Regeneration.

Die ersten Trainingseinheiten können unter Umständen noch ein Druckgefühl auslösen, aber wenn der Druck auf die Faszien abnimmt, saugen diese sich wie ein Schwamm mit Nährstoffen voll, um dir deine Beweglichkeit zu ermöglichen. Wichtig ist hierbei, dass du die Intensität langsam steigerst und regelmäßig trainierst. Schon 2 Trainingseinheiten pro Woche a 30 Minuten leisten einen großen Beitrag für die Geschmeidigkeit deiner Faszien. Mehr über unser Trainingskonzept erfährst du im Beitrag Was ist Eisenhauer Training?

Sind Faszien das “6. Sinnesorgan”?

Wusstest du, das Faszien in der Wissenschaft auch häufig als Sinnesorgan betitelt werden? Der Humanbiologe Robert Schleip hält internationale Vorträge über die Bedeutung der Faszien für den menschlichen Körper. Sehr interessant!

Die aufmerksamsten Sinnesorgane sind unsere Muskeln mit ihren Faszien und Nervenendigungen. Aufgrund der unglaublich hohen Anzahl an Rezeptoren und Nervenzellen, welche das Gehirn mit Sinneseindrücken füttern, werden sie als 6. Sinnesorgan tituliert.

Trainingsplan von Eisenhauer Training
Probiere es gerne selber aus und vereinbare jetzt ein kostenloses Probetraining!

Bewegliche Faszien stecken in dir

Krafttraining führt also zu geschmeidigeren und gestärkten Faszien und das schon bei 2 Trainingseinheiten die Woche. Dieser Effekt führt wieder zu einer besseren Körperhaltung und einer verbesserten Beweglichkeit. Was zu einem Gewinn an Lebensqualität führt.

Wenn das auch dein Ziel ist, dann zögere nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen und ein unverbindliches Probetraining zu vereinbaren.

Bis bald, in deinem EisenhauerTraining.

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